Aktionswochen Sinti und Roma „Upre-Kethane“ 2026

Der 1. Sinti Verein Ostfriesland e.V. ist auch mit einer Initiative bei den aktuellen Aktionswochen „Upre-Kethane“ dabei.

Am 03. November führen wir hierzu auf der Gutenbergschule in Leer / Ostfriesland einen schulischen Aktionstag für Lehrer, Schüler: innen und Erziehungsberechtigte durch.

An diesem Aktionstag „Gemeinsam gegen Antiziganismus“ nutzen wir unsere tiefe langjährige Zusammenarbeit mit der Gutenberg-Schule, um vor Ort, mit einem von der Schülerschaft geprägten und mitorganisierten Tag, eine schulinterne Aktion im Thema „Antiziganismus – Begegnung, Austausch und Perspektiven“ zu veranstalten.

Durch die tiefe Einbindung der Schülerinnen und Schüler aus den dortigen schulischen Arbeitsgemeinschaften „Vielfalt“, die wir dort seit vielen Jahren durchführen, stellt sich hier die Planung, Umsetzung sowie deren Inhalt nun als etwas „Anderes“ dar.

Am Aktionstag haben hier diese Schülerinnen und Schüler „das Wort“. Sie stellen ihre eigenen Anliegen und Sichtweisen vor und sind bei der Erstellung der Tages- und Podiumsinhalte, sowie der dort benannten Fragen und Vorträge, essenziell mitbestimmend gewesen. Auch liegen große Anteile der Moderation in deren „jungen“ Händen und werden übernommen.

In dem Aktionsprogramm gibt es neben der Podiumsveranstaltung und den Workshops ein gemeinsames Mittagessen und etwas Kultur und Musik. Sehr erfreulich ist auch die geplante große Anzahl der mitwirkenden Teilnehmer: innen aus dem Lehrerkörper.

Auf das gewünschte Ziel hier durch Perspektivdarstellung Vorurteile abzubauen und Begegnung und Vertrauen fördern zu können, freut sich unser Projektteam.

Mit ähnlichen kleineren Projekt- oder Aktionstagen fördert sich immer die Sichtbarkeit der aktiven Selbstorganisationen.

Der Umstand, dass auch die Selbstorganisationen in Kooperationen mit weiteren Organisationen öffentlich auftreten, hat einen hohen Multiplikator-Effekt. Es entsteht Mut bei Beteiligten offener zu sprechen und sich zu zeigen.

Projekt „Erinnerungsmittler – Familienrecherche in Norddeutschland / Weser-Ems zu deportierten Menschen“

Seit dem Herbst 2023 führen wir unter einer Finanzierung der Stiftung EVZ (Erinnerung, Verantwortung und Zukunft) ein Projekt mit dem Titel „Erinnerungsmittler – Wie wir erinnern“ zur historisch-politischen Bildung durch.

In diesem Projekt ist es unsere selbstauferlegte Aufgabe gemeinsam mit Nachkommen und Angehörigen der überlebenden Opfer der NS Verfolgung im norddeutschen Raum und dem Gebiet Weser –Ems deren Schicksale und Biografien zu erforschen und für die Familien und die Öffentlichkeit zu dokumentieren.

Famile Frank

Gemeinsam mit den Angehörigen und Nachkommen der überlebenden Opfer dieser Zeit nehmen wir diese verantwortungsvolle Aufgabe gerne wahr und freuen uns bereits jetzt auf die zu erwartenden Informationen. Hier werden wir uns auch mit Opfern des NS Terrors beschäftigen, die diesen nicht erlebt haben und keinerlei Nachkommen haben. Hier fanden als Beispiel die Familie „Frank“ aus der Stadt und dem Landkreis Leer, von der es keine Überlebenden gab. Hier planen wir mit anderen Initiatoren auch einen „Stolperstein“ in der Stadt Leer zu realisieren.

Im Vorfeld dieses Projektes konnten wir mit 30 Nachkommen der überlebenden Sinti aus der Region Weser-Ems; im ersten Monat dieses Projektes eine mehrtägige Bildungsfahrt in das Konzentrationslager Auschwitz durchführen. Ermöglicht wurde diese Bildungsreise nach mehrjähriger Vorplanung durch die „Aktion Sühnezeichen /Friedensdienste“ aus Berlin im Rahmen deren EU-Projektes. Für diese Unterstützung und unsere gedanklichen Impulse bedanken wir uns sehr.  

Im Ergebnis dieses Projektes werden wir Biografien in Form von Präsentationen und sowohl schriftlichen als auch teilweise digitalen Medien bereitstellen und veröffentlichen.

Bereits zu Beginn unserer Forschung konnten wir mit Hilfe diverser Institutionen und dem Historiker, Herrn Dr. Hans Hesse, interessante und sehr umfangreiche Materialien finden und auf eine Vielzahl weiterer Unterlagen in der Zukunft hoffen.

Die Projektergebnisse werden dann nach Abschluss unseres Projektes von Nachkommen in Form von Präsenzpräsentationen vorgestellt. Hier werden unsere Erinnerungsmittler: innen an öffentlichen und musealen Orten tätig sein.  

Hier bereits ein kurzer Hinweis zu der Biografie von „Mariechen“ aus Aurich/ Riepe, zu der wir schon früh nach Projektbeginn Materialien erhalten konnten.

Mariechen

„Mariechen“ zeigt uns das traurige Schicksal eines jungen Mädchens aus Aurich in Ostfriesland, dass in der NS – Zeit ausgegrenzt, verfolgt und ermordet worden ist. Ihr Biografie unter dem NS Terror und dessen Maßnahmen begann in ihrem 15 ten Lebensjahr und endeten mit ihrer Ermordung am 23.09.1944 in Auschwitz, knapp eine Woche vor Ihrem 17 ten Geburtstag.

Hier konnten wir bereits zu Beginn ein hohes Interesse der Presse und Öffentlichkeit wahrnehmen.

Wir bedanken uns sehr für die Unterstützung und Förderung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ aus Berlin.

Zeitungsartikel

Externe Links

General Anzeiger Januar 2024

Öffentliche Ausschreibung „Dienstleistungsauftrag für die historische Aufarbeitung von Familienschicksalen in Weser – Ems / Niedersachsen nach 1945“

Vergabestelle:
1.Sinti-Verein Ostfriesland Regionalverband deutscher Sinti und Roma in Niedersachsen e.V
Projekt:
Bundesförderprojekt „Bilden für lebendiges Erinnern“
Verantwortliche Ansprechperson:
Herr Michael Wagner und Herr Ingo Lindemann
Projektkontakt:
info@sinti-ostfriesland.de
Projektlaufzeit:
Oktober 2023 bis Februar 2025
Vergabenummer:
2023_1_Historische Bildung
Auftraggeber (Vergabestelle)
1.Sinti Verein Ostfriesland Regionalverband deutscher Sinti und Roma in Niedersachsen e.V
Friesenstrasse 78, 26789 Leer
Email: info@sinti-ostfriesland.de
Angaben zum Verfahren
Es wird ein Dienstleistungsauftrag im Projekt „Erinnerungs-Mittler“ ausgeschrieben.
Angaben zur Leistung
Art und Umfang der Leistung
Dienstleistungsvertrag für maximal den Projektzeitraum vom Oktober 2023 bis Februar 2025 Im
Einzelnen umfasst Ihr Aufgabenbereich lt. Dienstvertrag folgende Tätigkeiten:

  • Wissenschaftliche Beratung der Projektleitung / Vorstand / Geschäftsführung
  • Erarbeitung von wissenschaftlichen Publikationen / Studien / Berichten
  • Durchführung von wissenschaftlichen Recherchen und erstellen fachspezifischer
    Literaturübersichten
  • Wissenschaftliche Planung von Veranstaltungen
  • Vorbereitung von Vorlagen an die Projektleitung/Geschäftsführung/Vorstand zur
    Kommunikation
  • Wissenschaftliche Begleitung der projektbezogenen Öffentlichkeitsarbeit und
    Außendarstellung
  • Beantwortung von wissenschaftlichen und themenspezifischen Anfragen
    Ihr Profil:
  • Wissenschaftlicher Hochschulabschluss der Studienrichtung Geschichtswissenschaften
    oder vergleichbarer Studiengänge
  • Vertiefende und sehr gute Kenntnisse im Themenfeld Antiziganismus
  • Kenntnisse der Initiativlandschaft und Trägerstrukturen, insbesondere von Sinti und
    Roma Organisationen
  • Erfahrung in der Arbeit mit Sinti und Roma Communitys
  • Kenntnisse im Bereich der Öffentlichkeits- und Medienarbeit
    Was wir bieten:
  • Anspruchsvoller Werkvertrag mit Relevanz
  • Interessante und abwechslungsreiche Aufgaben
  • Positive Arbeitsatmosphäre in unserem Team, gegenseitige Wertschätzung und
    Förderung von persönlicher Weiterentwicklung
    Orte der Leistungserbringung
    Leer und im Bereich Weser-Ems
    Form der Angebote
  • Form der Einreichung des Angebots: Per E-Mail, möglichst als barrierefreies PDF, an die Adresse:
    info@sinti-ostfriesland.de unter dem Betreff: 2023_1_Historische Bildung
    Das Angebot ist in Textform nach § 126b des Bürgerlichen Gesetzbuches und deutscher Sprache
    abzufassen. Der Schriftverkehr mit dem Auftraggeber ist in deutscher Sprache zu führen.
    Angebotsfrist
    15.09.2023 – 12 Uhr
    Wir freuen uns insbesondere über Bewerber*innen, die unseren Weg hin zu einer inklusiven und
    diversen Organisation mitgestalten.
  • Senden Sie bitte Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen bestehend aus Anschreiben,
    Lebenslauf mit Zertifikaten und Referenzen sowie Zeugnissen per E-Mail bis zum 15.09.2023 an
    info@sinti-ostfriesland.de
    Datenschutzhinweis: Die Datenverarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen des
    Bewerbungsverfahrens geschieht ausschließlich zweckgebunden und im Einklang mit der
    Datenschutzgrundverordnung.

Einladung des SPD Landtagsabgeordneten Nico Bloem in Leer/ Ostfriesland

Am 10.01.2023 stellte sich unser Verein bei dem niedersächsischen Landtagsabgeordneten der SPD, Herr Nico Bloem in der SPD-Geschäftsstelle in Leer vor. In angenehmer Atmosphäre tauschte man sich über die bisherige Zusammenarbeit, die aktuellen Wünsche und Zielsetzungen aus. Insbesondere den Schwerpunkt „Bildung und Teilhabe“ unserer Vereinsarbeit mit dem Aspekt der kulturellen Belange der Ethnie in Einklang zu bringen, zeichnet die positiven Ergebnisse der Zusammenarbeit aus. Im gemeinsamen Gespräch war auch die laufende Fragestellung zur Finanzierung der Vereinsarbeit ein Thema.

Für weitere Zusammentreffen konnten wir uns bereits verabreden.

Mia Fachworkshop in Berlin vom 21.-22.November 2022

Vertreter des 1. Sinti-Verein Ostfriesland e.V. nahmen an einem weiteren Fachworkshop im Bildungszentrum gegen Antiziganismus in Berlin teil. An dem, vom Projekt „MIA“ (Melde- und Informationsstelle Antiziganismus) durchgeführten Workshop nahmen 5 Vereinsmitglieder teil.

Am Montag, dem 21. November 2022 präsentierte das „MIA Team“ seine Projektarbeit vor einer Vielzahl von Fachleuten und Vertretern aus einzelnen Bundesländern. Das Projekt „MIA“ stellte seinen Projektauftrag, die Zielgruppen seiner Arbeit, die Aufgaben und Ziele und deren Umsetzungsstrategien vor. Insbesondere die Arbeitsweisen und Differenzierungen in der Definition des Begriffes „Antiziganismus“, dem im Projekt entwickelten Kategorisierungssystem und dessen Leitfaden wurden umfassend vorgestellt und erläutert. Alle Beteiligten berichteten neben dem Projektteam über ihre bisherigen persönlichen Erfahrungen und nahmen rege an der abschließenden Diskussionsrunde teil.

Am folgenden Tag des Workshops wurden dann Beispiele aus der Praxis besprochen, woraus sich ein aktiver Austausch zu konkreten Fällen entwickelte. Hier konnten Lösungsmodelle, verschiedene Möglichkeiten der Hilfestellungen sowie Arten einer Zusammenarbeit besprochen und zielgerichteter entwickelt werden. Auch zum Ende des zweiten Tages fand eine informative Abschlussdiskussion statt.

Gestärkt mit neuen Informationen traten unsere Vereinsmitglieder die Heimreise an und freuen sich auf weitere zukünftige Entwicklungen und Veranstaltungen des „MIA“ Projektes.