Festakt zum 20jährigen Jubiläum „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Am 10. Juni 2022 feierte die KGS Rastede mit zahlreichen Gästen , darunter auch Vertretern des 1.Sinti-Verein Ostfriesland e.V., das 20jährige Jubiläum der Verleihung des Titels einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, deren langjähriger Schirmherr Romani Rose (1.Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma) ist.

Eine Abordnung von Schüler*innen der „Arbeitsgemeinschaft für den Frieden“ moderierte vor 2.000 Menschen den Festakt in der großen Sporthalle. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Lehrern und Schülern begleitet. In einem der Interviews berichtete Oswald Marschall (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma) beispielhaft über seine selbst erfahrenen Diskriminierung als Sinto in Minden.

„Der jahrhundertealte Antiziganismus dauere bis heute an“ so Marschall, „Und er verwehre der Minderheit ein menschenwürdiges Leben“. Hier erinnerten die Anwesenden nochmals an die vom 1. Sinti-Verein Ostfriesland e.V. in der Schule gezeigte Ausstellung „Unter uns…“ im Jahr 2020

In der zweiten Interviewrunde begrüßten die Moderatoren die Organisation „Seebrücke Oldenburg“ als neue Paten an der KGS.

„Die EU macht Unterschiede zwischen Flüchtlingen mit heller Hautfarbe und afrikanischen Flüchtlingen“, stellte Marina Imsiecke fest. „Das ist Rassismus.“

Die Seebrücke Oldenburg versuche, so Thomas Honesz, politisch auf diese Situation hinzuweisen und die Einhaltung der Menschenrechte für alle Menschen zu befördern.

Die Moderatoren riefen dazu auf, allen Menschen auf der Erde ihr Recht, zur Menschheit zu gehören, zu garantieren. „Es gibt keinen anderen Weg, als miteinander zu leben.“ forderte die Arbeitsgemeinschaft.

„Dass alle Anwesenden dem Rassismus eine klare Absage erteilten und dass wir uns als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ für eine Welt in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Glück für alle Menschen einsetzen wollen, ist die wichtigste Botschaft unseres Festaktes“.

Wir als 1.Sinti-Verein Ostfriesland können diesem nur beipflichten und freuen uns auf weitere gemeinsame Aktionen.

Passionspunkte 2022

In der Woche vom 10. – 18. April 2022 fanden täglich von 18.00-18-35 Uhr Abendandachten an wunden Punkten in der Stadt Leer statt. An diesen Orten sollte an historische Ereignisse in der Stadtgeschichte gedacht werden.

Wir, vom 1.Sinti Verein Ostfriesland e.V., nahmen mit mehreren Mitgliedern, dem gesamten Vorstand und vielen weiteren Menschen aus der „Sinti-Community“ der Stadt Leer an dem Passionspunkt „Verleugnet“ am Königskamp teil. Unser Ehrenvorsitzender Herr Wagner, der zudem auch weitere Passionspunkte begleitete, hielt am 13. April einen Vortrag über die persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse seiner Kindheit im Königskamp, dem früheren Sinti-Platz in der Stadt Leer. Die Stadtverwaltung hatte damals den Sinti einen festen Platz am Königskamp an einer ehemaligen Mülldeponie zur Verfügung gestellt, während zu dieser Zeit die Sinti an vielen anderen Orten noch immer nach wenigen Tagen zum Weiterreisen aufgefordert wurden.

Große Resonanz fand die gesamte Veranstaltungsreihe „Passionspunkte – Abendandachten an wunden Punkten der Stadt Leer“. Die evangelisch-lutherischen Gemeinden der Luther-, Christus-, Paulus-, Friedens- und Petruskirche kooperierten dabei mit vielen lokalen Partnern. Erstmals hatte diese Reihe von Andachten im Jahr 2019 stattgefunden und musste in den Folgejahren aufgrund der pandemischen Beschränkungen leider ausfallen. Jedoch wurden die diesjährigen „Passionspunkte“ bereits in dieser Zeit bestimmt.

Königskamp um 1960

Goldene Buch der Stadt Osnabrück

Auf Einladung der Stadt Osnabrück und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, ist der 1. Sinti-Verein Ostfriesland e.V. am 08.11.2021 mit einer Delegation nach Osnabrück gereist. Anlass unseres Besuches war die Eintragung in das „Goldenen Buch“ der Stadt Osnabrück durch den Vorsitzenden des Zentralrates deutscher Sinti und Roma, Herrn Romani Rose, sowie eines Konzertes im Rahmen des „Morgenland Festival Osnabrück“. Mit dieser Würdigung und der dadurch dargestellten Ehrung seiner unermüdlichen Arbeit für die Minderheit der deutschen Sinti und Roma, lud die Oberbürgermeisterin der Stadt Osnabrück, Frau Katharina Pötter zu diesem Festakt in den Friedenssaal des historischen Rathauses ein. Für Frau Oberbürgermeisterin Katharina Pötter war dies ihre erste Amtshandlung in Verbindung mit einer Eintragung in das goldene Buch der Stadt Osnabrück.

In diesem feierlichen Rahmen trug Herr Romani Rose sich in Anwesenheit vieler Interessierter in das „Goldene Buch“ der Stadt Osnabrück ein und stellte in seiner Dankesrede nochmals die andauernde Arbeit und die Bemühungen des Zentralrates und seiner Mitgliedsverbände dar. Herr Romani Rose schilderte nicht nur die über 600jährige Geschichte der deutschen Sinti, sondern verwies auch auf die stetig andauernde Diskriminierung und Ausgrenzung der Ethnie in Deutschland. Allein 1943 wurden aus dem ganzen Deutschen Reich über 13.000 Sinti und Roma nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Unter diesen Männern, Frauen und Kindern waren 700 Sinti aus Niedersachsen. Auch Osnabrücker Sinti sind nicht verschont geblieben. Frau Oberbürgermeisterin Pötter erinnerte an unsere Pflicht, uns gemeinsam für ein friedliches Miteinander einzusetzen.  

Im Anschluss an diese Veranstaltung fand dann das Konzert der „Roma und Sinti Philamoniker“ mit Iva Bittova und Roby Lakatos unter der Leitung von Riccardo M. Sahiti in der Osnabrückhalle statt.

Interessenverband Weser-Ems

Am 20. August 2019 besuchte uns zum wiederholten Male Herr Wanja Hargens von der uns fördernden Stiftung EVZ (Erinnerung, Verantwortung und Zukunft).

Mit der Stiftung entwickeln wir laufend einen Interessenverbund der Roma und der Sinti Organisationen im Bereich Weser-Ems weiter. Mit Herrn Hargens konnten wir unsere weiteren Schritte besprechen und die starke Verbindung mit der Stiftung weiter ausbauen. 

AG Zuwanderung Osteuropa-Schule in Hannover

Auf Einladung der Niedersächsischen Landesschulbehörde haben Vertreter unseres Vereines am 20.11.2019 an einem Arbeitstreffen der „AG Zuwanderung Osteuropa-Schule“ in Hannover teilgenommen. Hier wurden in einem breiten Forum aktuelle Entwicklungen in der Bewältigung der verschiedensten Problematiken besprochen und auch diskutiert. Diese Arbeitsgruppe trifft sich auch zukünftig in kurzen Intervallen um zeitnah und zielgerecht an regionalen und überregionalen Fragestellungen zu wachsen. Wir werden uns hier weiterhin engagieren.

Fachforum „Kompetent gegen Antiziganismus in Celle“

Zum Fachforum „Kompetent gegen Antiziganismus“ waren wir am 05.11.2019 nach Celle geladen. In der Congress-Union in Celle haben wir an einem interessanten Workshop teilgenommen. Dabei ging es um die Themen: „Wie kann historisch-politische Bildung wirkungsvoll zum Abbau antiziganistischer Diskriminierung beitragen?“ und „Wie kann solche Bildung an der Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe von Sinti und Roma mitwirken?“

Hier berichteten wir von der Arbeit und den Erfolgen unserer nach dem „Leeraner Modell“ zertifizierten Bildungsbegleiter*innen an Schulen und Kindergärten in und um Leer/Ostfriesland.

Insbesondere die konzeptionellen und strukturellen Programmanteile wurden ausführlich erläutert und besprochen. Dabei kamen Potenziale und Erfolgsgeschichten ebenso zur Sprache, wie die Schwierigkeiten und die zukünftigen Aufgaben.